Menschliches, Allzumenschliches

Die Basler Karikaturistin ANNA skizziert Situationen des Menschseins, reduziert auf das Wesentliche. Nun stellt sie ihr neues Buch «Lachfalten» vor.

Sie hängen an der Wand über dem Arbeitstisch. Mindestens dreissig Porträts müssen es sein; manche Köpfe sind klar erkennbar, andere fast verschwunden hinter einem Nebel von weisser Farbe. «Das sind meine Erinnerungsbilder», sagt ANNA Regula Hartmann-Allgöwer. Immer wieder nimmt sie die Bilder von der Wand und übermalt manche Stellen mit Weiss, bis nur noch ein Minimum erkennbar ist. Diese «fading portraits» erinnern an Höhlenmalereien, die mit der Zeit übersintern: hier wie dort werden in langsamen Prozessen Vergänglichkeit und Vergessen visualisiert.
Auch bei den Karikaturen, welche die Basler Künstlerin bekannt gemacht haben, ist der wichtigste und aufwendigste Prozess die Reduktion. Manche ihrer Zeichnungen, die so locker und einfach wirken, wiederholt sie bis zu sechzigmal, bis der richtige Ausdruck, die richtige Bewegung, die richtige Plazierung der Figuren erreicht ist - und bis nichts mehr im Bild überflüssig ist. Manchmal bestehen die Zeichnungen dann aus einer einzigen Linie, manchmal aus mehreren; aber nie bleibt mehr als das, «was man nicht mehr weglassen kann, ohne den Sinn zu verlieren», wie Sabine Jakobs im Vorwort zu ANNAs erstem Buch «Wechseljahre» schreibt.
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