Wo Selbstdarstellung pure Beschönigung ist

Ein Strich, der beisst, eine bildhafte Aussage, die trifft und betrifft: gezeichnete Satire stürzt sich darauf. Die Baslerin Anna Regula Hartmann ist eine von wenigen Satirikerinnen, die sich in dieser Form ausdrückt. Sie hat nicht nur einiges zu zeichnen, sie hat auch einiges zu sagen.

«Ich beobachte ständig. Wenn ich im Tram sitze, schaue ich mir die Ohrläppchen der Leute an, die Nasen, die Hände, dann die Bewegungen.» Immer sei sie auf der Suche nach neuen Ideen, erzählt Anna Hartmann. Sogar in den Ferien könne sie nicht darauf verzichten: «Wenn du diese Arbeit machst, hast du Tag und Nacht etwas im geistigen Ofen.» Als belastend empfinde sie diesen Zustand nicht. «Meine Arbeit befriedigt mich, ich könnte nichts anderes machen.»

Seit kurzem hat sie ihr Atelier aus der Basler City in ihr Wohnhaus nahe der Schützenmatte verlegt. Ein geräumiges Jugendstilhaus mit grüner Fassade. Davor stapelweise alte Zeitungen. Die Fassadenfarbe sei vielleicht etwas ungewöhnlich, «aber ein schräger Vogel bin ich nicht.»
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